Welche Vitamine benötigen Herz und Kreislauf?

Von entscheidender Bedeutung für unser Wohlbefinden und unsere allgemeine Gesundheit ist ein gesundes Herz-Kreislauf-System: Eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung gehören dafür zur Basis. Zusätzlich können Vitamine einen wertvollen Beitrag leisten, um das Herz und den Kreislauf zu unterstützen. Erfahre hier mehr dazu!

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Welche Vitamine sind für ein gesundes Herz-Kreislauf-System wichtig?

Das Herz ist das zentrale Organ des Blutkreislaufs – durch seine Arbeit wird jede Zelle des Körpers ständig mit relevanten Nährstoffen sowie Sauerstoff versorgt. Damit das Herz kräftig schlagen kann, benötigt es bestimmte Mineralien und Vitamine. Auch die Blutgefäße brauchen gewisse Nährstoffe.

Studien zu den Effekten von einzelnen Vitaminen wie auch Mikronährstoffen sind begrenzt und liefern meist nur uneindeutige Ergebnisse. Im Folgenden stehen Vitamin D und K mit ihren möglichen Effekten auf Herz und Kreislauf im Fokus.

Welchen Effekt hat Vitamin D auf Herz, Blutdruck und Gefäße?

Bei Vitamin D handelt es sich um eine Gruppe von fettlöslichen Vitaminen, die wichtig für den Calciumhaushalt sowie für die Gesundheit der Knochen, Zähne und Muskeln sind.1 Der Körper kann es mithilfe von Sonnenlicht aus einer Vorstufe herstellen oder in geringen Mengen über die Nahrung aufnehmen. Eine Vitamin-D-Unterversorgung ist in Deutschland keine Seltenheit: Sie betrifft circa 60 Prozent der Bevölkerung.1

Eine große Anzahl von Studien hat einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Während mehrere Studien vermuten, dass ein niedriger Vitamin-D-Wert mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen von Herz oder Blutgefäßen verbunden ist, konnten andere Arbeiten diese Zusammenhänge nicht bestätigen. Hier eine Zusammenfassung einiger Studien und ihrer Ergebnisse:

  • In einer großen prospektiven Studie wurde festgestellt, dass niedrige Vitamin D-Spiegel mit einer erhöhten Sterblichkeit bei Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden waren. Patienten mit einem Vitamin-D-Wert von über 75 Nanomol je Liter (30 Nanogramm je Milliliter) hatten ein halbiertes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Die Studienteilnehmenden wurden 11 Jahre beobachtet.2
  • Eine deutsche Kohortenstudie fand heraus, dass bei Personen mit Vitamin D-Mangel häufiger Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße auftraten, sowohl nicht-tödliche als auch tödliche. Niedrige Vitamin D-Spiegel könnten laut den Ergebnissen dosisabhängig das vaskuläre Risiko beeinflussen. Sprich: Je geringer der Vitamin-D-Wert, desto höher das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie erhöhter Blutdruck oder Arteriosklerose (Arterienverkalkung).3
  • In einer weiteren Studie beobachteten Wissenschaftler Patienten mit Verdacht auf eine stabile Angina Pectoris über einen Zeitraum von 11 Jahren. Dabei fiel auf: Je höher der Plasmaspiegel an Vitamin D war (in einem Bereich von 20 bis 60 Nanomol je Liter), desto niedriger war das Risiko für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis. Allerdings zeigte sich eine nicht-lineare (U-förmige) Beziehung zwischen dem Vitamin-D-Wert und der Gesamtsterblichkeit, was bedeutet, dass sowohl zu niedrige als auch zu hohe Werte mit einem erhöhten Risiko für allgemeine Todesfälle assoziiert waren.4
  • Patienten mit Bluthochdruck und einer Vitamin-D-Unterversorgung scheinen von einer zusätzlichen Vitamin-D-Zufuhr zu profitieren: Die Blutdruckwerte verbesserten sich, idealerweise konnten Betroffene ihre medikamentöse Therapie reduzieren.5,6
  • Die sogenannte VITAL-Studie (VITamin D and Lifestyle) wurde über einen Zeitraum von 5,3 Jahren durchgeführt. Hier ließ sich kein signifikanter Effekt von Vitamin D auf schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse oder die Gesamtsterblichkeit nachweisen.7 Möglicherweise lag das an dem vergleichsweise kurzen Beobachtungszeitraum.

Fazit: Vitamin D scheint die Entwicklung und das Überleben bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beeinflussen. Obwohl weitere Untersuchungen notwendig sind, könnten Vitamin-D-Supplemente bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und möglicherweise auch bei Personen mit Vitamin-D-Mangel von Nutzen sein. Die Ursachen für die unterschiedlichen Studienergebnisse müssen jedoch weiter geklärt werden.

Vermindert Vitamin D die Nebenwirkungen von Statinen?
Statine gehören zu den häufigen Medikamenten bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen. Sie helfen dabei, den erhöhten LDL-Cholesterinspiegel zu senken und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.8 Nebenwirkungen einer Statin-Therapie können Muskelschmerzen (Myalgie) und Muskelerkrankungen (Myopathie) sein.8

Studien haben gezeigt, dass ein optimaler Vitamin-D-Status das Risiko für Statin-Nebenwirkungen reduziert.9,10 Eine weitere Untersuchung an Patienten, die das Statin Simvastatin (80 Milligramm) verschrieben bekommen haben, bestätigte den Zusammenhang: Muskelschmerzen traten häufiger bei jüngeren Patienten sowie solchen mit Vitamin-D-Mangel auf.11 Obwohl noch keine randomisierten, kontrollierten Doppelblind-Studien vorliegen, könnte es sinnvoll sein, vor Beginn einer Statin-Behandlung den Vitamin-D-Spiegel zu überprüfen.

Die Bedeutung von Vitamin K für Herz und Kreislauf

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das für verschiedene Funktionen im Körper essenziell ist. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, der Knochengesundheit und möglicherweise auch bei der Regulation des Herz-Kreislauf-Systems.12 Vitamin K ist in 2 Hauptformen vorhanden:12

  • K1 (Phyllochinon): kommt hauptsächlich in grünem Gemüse wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli vor
  • K2 (Menachinon): ist in fermentierten Lebensmitteln wie Käse oder Joghurt enthalten

Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin K durch die Ernährung hilft, einen gesunden Blutgerinnungsprozess und eine optimale Knochengesundheit aufrechtzuerhalten.

Welche Funktion Vitamin K in Bezug auf die Entstehung und den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat, ist Gegenstand verschiedener Studien. Folgende Erkenntnisse gibt es bisher:

  • Vitamin-K-abhängige Proteine (VKDP) sind eine Gruppe von Eiweißen, die Vitamin K benötigen, um richtig zu funktionieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass bestimmte VKDP bei Gefäßveränderungen und Gefäßverkalkungen eine Rolle spielen. Ihre Aktivität ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.13 Der Grund: Die Aktivierung der Proteine durch Vitamin K kann Blutgefäße und Nieren vor Verkalkungen schützen. Die Aufnahme von Menachinon (Vitamin K2) hat womöglich einen vorbeugenden Einfluss auf Herzkrankheiten, während ein Mangel an Vitamin K das Risiko von Gefäßverkalkungen und Herzproblemen erhöhen kann.13
  • Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Vitamin K1 sowie K2 und dem Risiko von Gefäßerkrankungen.14 Dafür wurde die Vitamin-K-Aufnahme von 36.629 Teilnehmenden über einen Fragebogen erfasst. Nach 12,1 Jahren gab es 489 Fälle von peripheren arteriellen Erkrankungen (Durchblutungsstörungen der Beine oder Arme; kurz pAVK). Eine höhere Aufnahme von Vitamin K2 (Menachinon) war mit einem geringeren Krankheitsrisiko verbunden, insbesondere bei Personen mit Bluthochdruck. Vitamin K1 (Phyllochinon) schien hingegen keinen Einfluss auf das Risiko von Gefäßerkrankungen zu haben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine hohe Aufnahme von Vitamin K2 das Gefäßerkrankungsrisiko bei Personen mit Bluthochdruck verringern kann.
  • Die Autoren einer weiteren Studie haben gezeigt, dass ein Vitamin K-Mangel das Risiko für koronare Herzkrankheiten unter Umständen verdoppelt, unabhängig vom Vitamin-D-Status.15
  • In einer langjährigen Studie wurde festgestellt, dass Teilnehmende mit einer höheren Zufuhr von Vitamin K1 ein geringeres Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Schlaganfälle und periphere Arterienerkrankungen (PAD) hatten.16 Ähnliche Ergebnisse fanden auch andere große Studien, in denen der Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Vitamin K1 sowie K2 und kardiovaskulären Ereignissen Gegenstand der Untersuchung war.17,18,19,20
  • Vitamin K und Vitamin D arbeiten eng zusammen. Es gibt Untersuchungen, die beide Vitamine und ihren Einfluss auf Bluthochdruck betrachtet haben. Diese zeigen, dass ein niedriger Vitamin-D-Status in Verbindung mit einem niedrigen Vitamin-K-Status das Risiko für Bluthochdruck erhöht.21 Die bisherigen experimentellen und klinischen Ergebnisse legen nahe, dass ausreichende Spiegel von Vitamin D und Vitamin K eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Blutgefäße spielen.

Jedoch gibt es auch Studien, die den Zusammenhang zwischen Vitamin K und koronarem Risiko nicht bestätigen konnten.22 Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um den Zusammenhang zwischen Vitamin K und dem Risiko für koronare Herzkrankheiten genauer zu verstehen und zu bestätigen.

Calcium – Auf die Verteilung kommt es an
Ob Calcium gut oder schlecht ist, hängt von der Lokalisation des Mineralstoffs ab. Mehr als 99 Prozent des Körper-Calciums befindet sich in den Zähnen, Knochen und Flüssigkeiten, wo es nützlich ist. Jedoch kann Calcium auch an anderen Stellen, wie in Geweben, Nieren oder Gefäßwänden, Schaden anrichten. Studien zeigen: Sowohl die Einnahme von Vitamin D als auch von Vitamin K hat positive Auswirkungen auf die Knochendichte und kann das Risiko von Hüftfrakturen verringern.23 Vermutlich verhindern diese Vitamine die Ablagerung von Calcium in Geweben und Gefäßen. Frühere Forschung zeigte: Ein Mangel an Vitamin D lässt sich mit Osteoporose und Arteriosklerose in Verbindung bringen.24 Tierexperimente haben außerdem herausgefunden, dass ein Vitamin-K-Mangel die Gewebeverkalkung und Arteriosklerose fördern kann.25 Ein ausreichender Vitamin-K-Status scheint sowohl Osteoporose als auch Gefäßverkalkung entgegenwirken zu können. Möglicherweise ist es sinnvoll, bei der Behandlung von Osteoporose Vitamin K neben Vitamin D einzubeziehen, obwohl es noch weitere Forschung erfordert.

1 „Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D“. Rki.de, https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html. Zugegriffen 22. Juni 2023.

2 Dai, Lei, u. a. „Association of Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentrations with All-Cause and Cause-Specific Mortality among Adult Patients with Existing Cardiovascular Disease“. Frontiers in Nutrition, Bd. 8, 2021, S. 740855, doi:10.3389/fnut.2021.740855.

3 Perna, L., u. a. „Serum 25-Hydroxyvitamin D and Incidence of Fatal and Nonfatal Cardiovascular Events: A Prospective Study with Repeated Measurements“. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, Bd. 98, Nr. 12, 2013, S. 4908–4915, doi:10.1210/jc.2013-2424.

4 Degerud, Eirik, u. a. „Plasma 25-Hydroxyvitamin D and Mortality in Patients with Suspected Stable Angina Pectoris“. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, Bd. 103, Nr. 3, 2018, S. 1161–1170, doi:10.1210/jc.2017-02328.

5 Pilz, Stefan, und Andreas Tomaschitz. „Role of Vitamin D in Arterial Hypertension“. Expert Review of Cardiovascular Therapy, Bd. 8, Nr. 11, 2010, S. 1599–1608, doi:10.1586/erc.10.142.

6 „Vitamin D bei Bluthochdruck?“ Springer Medizin Verlag GmbH, Ärzte Zeitung, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Vitamin-D-bei-Bluthochdruck-277325.html. Zugegriffen 29. Juni 2023.

7 Manson, Joann E., u. a. „Principal Results of the VITamin D and OmegA-3 TriaL (VITAL) and Updated Meta-Analyses of Relevant Vitamin D Trials“. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, Bd. 198, Nr. 105522, 2020, S. 105522, doi:10.1016/j.jsbmb.2019.105522.

8 „Wie Statine Cholesterin senken und welche Nebenwirkungen es gibt“. Herzstiftung.de, https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/cholesterin/cholesterin-statine. Zugegriffen 29. Juni 2023.

9 Morioka, Travis Y., u. a. „Vitamin D status modifies the association between statin use and musculoskeletal pain: A population based study“. Atherosclerosis, Bd. 238, Nr. 1, 2015, S. 77–82, doi:10.1016/j.atherosclerosis.2014.11.012.

10 Michalska-Kasiczak, Marta, u. a. „Analysis of Vitamin D Levels in Patients with and without Statin-Associated Myalgia – a Systematic Review and Meta-Analysis of 7 Studies with 2420 Patients“. International Journal of Cardiology, Bd. 178, 2015, S. 111–116, doi:10.1016/j.ijcard.2014.10.118.

11 Mergenhagen, Kari, u. a. „Low Vitamin D as a Risk Factor for the Development of Myalgia in Patients Taking High-Dose Simvastatin: A Retrospective Review“. Clinical Therapeutics, Bd. 36, Nr. 5, 2014, S. 770–777, doi:10.1016/j.clinthera.2014.02.023.

12 „Vitamin K“. Gesundheitsportal, https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/vitamine-mineralstoffe/fettloesliche-vitamine/vitamin-k.html. Zugegriffen 29. Juni 2023.

13 Danziger, John, u. a. „Vitamin K-Dependent Protein Activity and Incident Ischemic Cardiovascular Disease: The Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis: The Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis“. Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology, Bd. 36, Nr. 5, 2016, S. 1037–1042, doi:10.1161/ATVBAHA.116.307273.

14 Vissers, Linda E. T., u. a. „The Relationship between Vitamin K and Peripheral Arterial Disease“. Atherosclerosis, Bd. 252, 2016, S. 15–20, doi:10.1016/j.atherosclerosis.2016.07.915.

15 van den Heuvel, Ellen G. H. M., u. a. „Circulating Uncarboxylated Matrix Gla Protein, a Marker of Vitamin K Status, as a Risk Factor of Cardiovascular Disease“. Maturitas, Bd. 77, Nr. 2, 2014, S. 137–141, doi:10.1016/j.maturitas.2013.10.008.

16 Bellinge, Jamie W., u. a. „Vitamin K Intake and Atherosclerotic Cardiovascular Disease in the Danish Diet Cancer and Health Study“. Journal of the American Heart Association, Bd. 10, Nr. 16, 2021, S. e020551, doi:10.1161/JAHA.120.020551.

17 Erkkilä, A. T., u. a. „Phylloquinone Intake as a Marker for Coronary Heart Disease Risk but Not Stroke in Women“. European Journal of Clinical Nutrition, Bd. 59, Nr. 2, 2005, S. 196–204, doi:10.1038/sj.ejcn.1602058.

18 Erkkilä, Arja T., u. a. „Phylloquinone Intake and Risk of Cardiovascular Diseases in Men“. Nutrition, Metabolism, and Cardiovascular Diseases: NMCD, Bd. 17, Nr. 1, 2007, S. 58–62, doi:10.1016/j.numecd.2006.03.008.

19 Gast, G. C. M., u. a. „A High Menaquinone Intake Reduces the Incidence of Coronary Heart Disease“. Nutrition, Metabolism, and Cardiovascular Diseases: NMCD, Bd. 19, Nr. 7, 2009, S. 504–510, doi:10.1016/j.numecd.2008.10.004.

20 Geleijnse, Johanna M., u. a. „Dietary Intake of Menaquinone Is Associated with a Reduced Risk of Coronary Heart Disease: The Rotterdam Study“. The Journal of Nutrition, Bd. 134, Nr. 11, 2004, S. 3100–3105, doi:10.1093/jn/134.11.3100.

21 van Ballegooijen, Adriana J., u. a. „Joint Association of Low Vitamin D and Vitamin K Status with Blood Pressure and Hypertension“. Hypertension, Bd. 69, Nr. 6, 2017, S. 1165–1172, doi:10.1161/HYPERTENSIONAHA.116.08869.

22 Dalmeijer, G. W. „Circulating dephospho-uncarboxylated matrix y-carboxyglutamate protein and the risk of coronary heart disease and stroke“. J Thromb Haemost, Bd. 12, Nr. 7, 2014, S. 1028–1034.

23 Torbergsen, Anne C., u. a. „Vitamin K1 and 25(OH)D Are Independently and Synergistically Associated with a Risk for Hip Fracture in an Elderly Population: A Case Control Study“. Clinical Nutrition (Edinburgh, Scotland), Bd. 34, Nr. 1, 2015, S. 101–106, doi:10.1016/j.clnu.2014.01.016.

24 Watson, K. E., u. a. „Active Serum Vitamin D Levels Are Inversely Correlated with Coronary Calcification“. Circulation, Bd. 96, Nr. 6, 1997, S. 1755–1760, doi:10.1161/01.cir.96.6.1755.

25 Cockayne, S. „Vitamin K and the Prevention of Fractures. Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Trials“. Ann Intern Med, Bd. 166, 2006, S. 1256–1261.

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Vitamine: Was haben sie mit Nerven und Psyche zu tun?

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen ist nicht nur für den Körper, sondern auch für unsere Nerven wichtig. Hier erfährst Du, in welchem Zusammenhang Vitamine mit Gehirn und Psyche stehen und worauf Du bei Deiner Ernährung achten solltest!

Hinweis: Die Informationen im Text sind Zusammenfassungen wissenschaftlicher Studien und stellen keine Empfehlungen dar.

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Welche Rolle spielen Vitamine in Bezug auf Nerven und Psyche?

Vitamine beteiligen sich an vielen wichtigen Funktionen des Stoffwechsels und helfen so dem Körper, richtig zu funktionieren. Auch für Gehirn, Nerven und die Psyche spielen sie eine essenzielle Rolle:

  • Vitamine und Nerven: Vitamine des B-Komplexes wie Vitamin B1 (Thiamin), B3 (Niacin), B6 und B12), aber auch Vitamin C tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.1 Besonders Vitamin B1 braucht der Körper zur Reizübermittlung vom Nerv zum Muskel und für die Weiterleitung einer Erregung in Muskelzellen.2
  • Vitamine und Gehirn: Vitamin A ist für den Sehvorgang (beziehungsweise die Augen) notwendig.2 Vitamin C und E schützen es gesunde Zellen vor freien Radikalen (aggressiven Sauerstoffverbindungen, die an Alterungsprozessen oder der Entstehung bestimmter Erkrankungen beteiligt sind).2 Die Vitamine B1, B6 und B12 fördern zudem Aufmerksamkeit, Konzentration und Stimmung.3
  • Vitamine und Psyche: Vitamin D ist an der Produktion von Serotonin beteiligt, einem Neurotransmitter, der eine bedeutende Funktion bei der Stimmungsregulierung übernimmt.4

Mit den richtigen Lebensmitteln alle wichtigen Vitamine aufnehmen

Wenn manche Situationen im Alltag Deine Nerven strapazieren oder einzelne Erlebnisse auf Deine Psyche schlagen, ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass Du mit Deiner Ernährung alle wichtigen Nährstoffe zu Dir nimmst.

Vielleicht hast Du schon einmal den Begriff „Nervennahrung“ gehört? Im wahrsten Sinne hat die Ernährung Einfluss auf unser Nervensystem: Indem Du Dich gesund, ausgewogen und bunt ernährst, kannst Du bereits viel erreichen und für Gehirn, Nerven und Psyche etwas Gutes tun.5 Zudem hilft die Versorgung mit Vitaminen dabei, Stress abzubauen, die Stimmung zu verbessern und die geistige Leistungsfähigkeit zu unterstützen.

Um die positiven Effekte für Dich nutzen zu können, sollten vor allem Lebensmittel mit Vitamin B1, B2 und C auf Deinem Speisplan stehen: Sie liefern den Nerven wertvolle Energie und stärken Deine Konzentrationsfähigkeit.8 Besonders gehaltvolle Energielieferanten sind Nahrungsmittel wie Nüsse, getrocknete Früchte, Paprika, Avocados, Hülsenfrüchte und Fisch.

Studienergebnisse: Die Rolle von Vitamin D bei psychischen Erkrankungen

Bei psychischen Krankheiten kann es hilfreich sein, einen Blick auf die Vitaminversorgung zu werfen. Speziell zu Vitamin D, das notwendig für das Gehirn und Nervensystem ist, gibt es zahlreiche Studien, die sich mit seiner Rolle bei psychischen Erkrankungen auseinandersetzen. Untersuchungen belegten bereits, dass ein Mangel mit einem erhöhten Risiko für verschiedene psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Atemwegs- und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht werden kann.6

Vitamin D und Depressionen: Studie zeigt positiven Effekt auf depressive Symptome

Depressionen sind häufige psychische Erkrankungen, besonders bei älteren Menschen.7 Sie beeinträchtigen die Lebensqualität und erhöhen das Krankheits- und Sterberisiko. Eine klinische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und der Vitamin-D-Konzentration im Blutserum der teilnehmenden Personen. Patienten mit einem vergleichsweise niedrigen Vitamin-D-Spiegel (unter 30 ng/ml) erhielten täglich eine bestimmte Menge (1000 IE) des Vitamins als Ergänzung.10 Auch die depressiven Symptome wurden zum Start und Ende der Behandlung sowie 6 Wochen nach der Entlassung aus der Tagesklinik erfasst.

Zu Beginn ließ sich kein Zusammenhang zwischen der Schwere der Symptome und der Vitamin-D-Konzentration feststellen. Jedoch zeigten Patienten mit einem höheren Vitamin-D-Spiegel im Verlauf der Untersuchung einen stärkeren Rückgang ihrer depressiven Symptome.10

Weitere umfangreiche Studien sind jedoch notwendig, um den genauen Zusammenhang zu klären und fundierte Behandlungsentscheidungen treffen zu können. Die Gabe von Vitamin D allein ist keine geeignete Lösung für die Therapie von Depressionen. Dafür erfordert es in der Regel ganzheitliche Behandlungen einschließlich Psychotherapie und Medikamente.

Einfluss von Vitamin D auf kognitive Fähigkeiten und psychische Gesundheit

Eine weitere Studie gab Aufschluss darüber, ob die zusätzliche Einnahme von Vitamin D im Winter bei norwegischen Jugendlichen den Vitamin-D-Status, die Leistungsfähigkeit und die selbst wahrgenommene psychische Gesundheit beeinflusst. Die 50 teilnehmenden Jugendlichen – im Alter von 13 bis 14 Jahren – wurden in 2 Gruppen eingeteilt: Eine davon erhielt Vitamin D-Perlen, die andere Placebo-Perlen (Schein-Präparate, die gar kein Vitamin D enthalten).8 Vor Beginn und nach der Studie wurden Blut- sowie kognitive Tests durchgeführt und Fragebögen zur Verhaltensbewertung ausgefüllt.

Die Ergebnisse zeigten, dass Teilnehmer mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel bei den kognitiven Tests schlechter abschnitten, häufiger Verhaltensprobleme hatten und Aufmerksamkeitsdefizite aufwiesen. Dagegen führte die ergänzende Einnahme von Vitamin D zu einem Anstieg des Vitamin-D-Spiegels und verbesserte die Leistung bei den anspruchsvollsten Aufgaben eines Tests – bei den leichteren Übungen ließen sich keine Unterschiede feststellen. Auch die selbst wahrgenommene Gesundheit war in der Vitamin-D-Gruppe besser als in der Placebo-Gruppe.

Natürliche Strategien gegen Depressionen: Nutraceutika als vielversprechende Option

Immer mehr Forschende interessieren sich für Strategien zur Verbesserung der Wirkung von Antidepressiva. Eine vielversprechende Möglichkeit ist die zusätzliche Einnahme von bestimmten Nährstoffen, sogenannte Nutraceutika. Diese können auf natürliche Weise die chemischen Prozesse im Gehirn beeinflussen, die beispielsweise bei Depressionen eine Rolle spielen.9 Um der Beantwortung dieser Frage auf den Grund zu gehen, erfolgte eine systematische Überprüfung einzelner Veröffentlichungen zu dieser Forschungsfrage.

Dafür suchten die Forschenden nach klinischen Studien, in denen ergänzende Nährstoffe zur Behandlung von Depressionen zum Einsatz kamen. Vor allem für bestimmte Nährstoffe wie SAMe (S-Adenosylmethionin), Methylfolat, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D stellten sie positive Effekte fest. Für andere Nährstoffe wie Zink, Folsäure und Vitamin C fiel das Fazit gemischt aus.

Die Ergebnisse legen nahe, dass besonders eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit SAMe, Methylfolat, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D zu einer Verbesserung der depressiven Symptome führen kann. Dennoch sind auch in diesem Bereich der Forschung für aussagekräftige Belege noch weitere Studien erforderlich.

1 VERORDNUNG (EU) Nr. 432/2012 DER KOMMISSION vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32012R0432&from=DE.

2 Ngabe, A., u. a. „Auszug aus der deutschen Liste nach Art. 13 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006: Zuordnung der gesundheitsbezogenen Angaben zur Empfehlung ‚nationales Screening ergab vorbehaltlich der Prüfung der EFSA keine Hinderungsgründe gegen die Aufnahme in die Gemeinschaftsliste‘ – Vitamine“. Bund.de, https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel/healthclaims/dok2.pdf?__blob=publicationFile&v=4. Zugegriffen 12. Februar 2024.

3 „Essen und Gehirn“. VerbraucherService Bayern, https://www.vis.bayern.de/essen_trinken/ernaehrungsformen/essen_und_gehirn.htm. Zugegriffen 22. Juni 2023.

4 „Mit Vitamin D gegen Depressionen?“ springermedizin.de, https://www.springermedizin.de/schuetzt-eine-vitamin-d-supplementation-vor-depressionen-/20206116. Zugegriffen 22. Juni 2023.

5 „Vitamine: So wichtig sind sie für den Stoffwechsel“. Techniker Krankenkasse. https://www.tk.de/techniker/magazin/ernaehrung/essen-und-wissen/vitamine-wichtig-fuer-stoffwechsel-2004728. Zugegriffen 22. Juni 2023.

6 „Guter Vitamin-D-Status kann vor akuten Atemwegsinfektionen schützen“. DGE, https://www.dge.de/presse/meldungen/2020/guter-vitamin-d-status-kann-vor-akuten-atemwegsinfektionen-schuetzen/. Zugegriffen 23. Juni 2023.

7 Zech, L. D., Scherf-Clavel, M., Daniels, C., Schwab, M., Deckert, J., Unterecker, S., & Herr, A. S. (2021). Patients with higher vitamin D levels show stronger improvement of self-reported depressive symptoms in psychogeriatric day-care setting. Journal of Neural Transmission (Vienna, Austria), 128(8), 1233–1238. https://doi.org/10.1007/s00702-021-02385-1.

8 Grung, B., Sandvik, A. M., Hjelle, K., Dahl, L., Frøyland, L., Nygård, I., & Hansen, A. L. (2017). Linking vitamin D status, executive functioning and self-perceived mental health in adolescents through multivariate analysis: A randomized double-blind placebo control trial. Scandinavian Journal of Psychology, 58(2), 123–130. https://doi.org/10.1111/sjop.12353.

9 Sarris, J., Murphy, J., Mischoulon, D., Papakostas, G. I., Fava, M., Berk, M., & Ng, C. H. (2016). Adjunctive nutraceuticals for depression: A systematic review and meta-analyses. The American Journal of Psychiatry, 173(6), 575–587. https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2016.15091228.

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Ursachen und Symptome eines Vitaminmangels

Vitamine sind essenziell – ein Vitaminmangel kann deshalb im schlimmsten Fall zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Lies hier, welche Ursachen, Symptome und potenziellen Auswirkungen eine Unterversorgung mit Nährstoffen auf den Körper haben kann.

Bitte beachte: Die Hinweise im Text verstehen sich nicht als Empfehlung. Sie bilden lediglich wissenschaftliche Studienergebnisse ab.

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Wie kommt es zu einem Vitaminmangel?

Ein Vitaminmangel lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen, in den meisten Fällen steckt eine unausgewogene Ernährung dahinter.1 Diese kann entweder qualitativ (bestimmte Lebensmittelgruppen werden vernachlässigt) oder quantitativ (es werden insgesamt zu wenig Nährstoffe zugeführt) ausfallen. Zudem können einige Erkrankungen oder ein erhöhter Bedarf in bestimmen Lebensphasen (zum Beispiel Schwangerschaft, Senioren, Stress) der Auslöser sein.

Hinweis: Generell kommt ein Vitaminmangel im westlichen Europa nur sehr selten vor – Ausnahmen sind dabei Vitamin B12 und Vitamin D.

Ursachen für einen Vitamin-B-Mangel

Darüber hinaus gibt es bestimmte Personengruppen, die besonders gefährdet sind, einen Vitaminmangel zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist der Vitamin-B-Mangel. Er tritt vor allem bei älteren Menschen auf, da der Körper das Vitamin schlechter aufnimmt.2 Auch Menschen mit speziellen Ernährungsgewohnheiten, wie beispielsweise Veganer, die auf tierische Produkte verzichten und somit möglicherweise zu wenig Vitamin B12 aufnehmen, können einen Vitaminmangel entwickeln.2 Ebenso wie Menschen mit bestimmten Magen-Darmerkrankungen (beispielsweise Morbus Crohn, Zöliakie, atrophische Gastritis), da diese Vitamin B12 nicht oder nur schlecht aufnehmen können.

Auslöser eines Vitamin-D-Mangels

Ein weiteres Beispiel ist der Vitamin-D-Mangel, der hauptsächlich bei Personen auftritt, die sich wenig der Sonne aussetzen.3 Dazu gehören etwa pflegebedürftige und ältere Menschen, aber auch solche, die sich aus kulturellen oder religiösen Gründen nur bedeckt im Freien aufhalten. Bestimmte Krankheiten wie Mangelernährung, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Lebererkrankungen können ebenfalls zu einem Mangel an Vitamin D beitragen.3

Mögliche Gründe für einen Vitamin-A-Mangel

Auch bei weiteren Vitaminen können verschiedene Faktoren für einen Mangel sorgen. Ein Vitamin-A-Mangel entsteht beispielsweise durch:4

  • chronische Erkrankungen mit gestörter Fettverdauung und -aufnahme (wie Morbus Crohn)
  • Lebererkrankungen
  • Störungen der Bauchspeicheldrüse
  • einen erhöhten Bedarf durch Entzündungen, Verbrennungen der Haut oder bei Alkoholmissbrauch

Woher kommt ein Vitamin-C-Mangel?

Ein Vitamin-C-Mangel tritt in entwickelten Ländern sehr selten auf. Bereits eine Zufuhr von 10 Milligramm täglich kann eine akute Unterversorgung verhindern.5 Kommt es dennoch zu einem Mangel, sind die folgenden Ursachen denkbar:6

  • Rauchen (kann Vitamin C im Körper zerstören)
  • Umweltbelastungen
  • eine Ernährung ohne Vitamin C

Vitamin-E-Mangel: Ursachen

Im Falle von einem Vitamin-E-Mangel handelt es sich womöglich um Folgen einer schweren Mangelernährung, genetischer Defekte oder bestimmter Lebererkrankungen.7

Wie erkenne ich, wann ein Vitaminmangel vorliegt?

Um einen Vitaminmangel festzustellen, ist eine gezielte ärztliche Untersuchung des Vitaminstatus im Körper nötig. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze:1

  • statisch-laborchemisch: Hierbei misst der Arzt beispielsweise den Vitaminspiegel im Blut, Urin oder Gewebe. Die Ergebnisse liefern eine Schätzungsgrundlage für den Vitaminstatus und geben Aufschluss über die Versorgung mit bestimmten Vitaminen.
  • funktional: Hier bestimmt der Mediziner vitaminabhängige Funktionen im Körper, um den sogenannten Funktionsparameter zu ermitteln. Die Messungen untersuchen also, welche Auswirkungen eines Vitaminmangels vorliegen.

Wichtig!
Die Diagnose eines Vitaminmangels sollte durch medizinisches Fachpersonal erfolgen. Bei Verdacht auf einen Mangel ist es deshalb ratsam, einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren, der entsprechende Untersuchungen durchführen kann. Eine erste Einschätzung kann auch unser Selbsttest geben – nimm das Ergebnis doch am besten zu Deinem Arzttermin mit!

Welche Folgen kann ein Vitaminmangel haben?

Die Folgen eines Vitaminmangels können sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Häufig treten die Symptome erst im fortgeschrittenen Mangelzustand auf.1

Symptome eines Vitamin-D-Mangels

Ein Mangel an Vitamin D äußert sich zum Beispiel typischerweise an den Knochen, es kommt zu Schmerzen, Brüchen und Verformungen.3 Aber auch Muskelschwäche und eine höhere Anfälligkeit für Infekte gehören dazu.3

Folgen eines Vitamin-B-Mangels

Bei Vitamin B hängen die genauen Mangelerscheinungen davon ab, von welchem B-Vitamin zu wenig im Körper vorhanden ist – die Palette reicht von Müdigkeit über depressive Verstimmungen sowie Schwindel bis hin zu Lähmungen und Kurzatmigkeit.2

Mangelerscheinungen einer Vitamin-A-Unterversorgung

Ein Vitamin-A-Mangel ist vor allem in Entwicklungsländern problematisch und führt neben einem geschwächten Immunsystem und einer größeren Infektanfälligkeit auch zu einer erhöhten Kindersterblichkeit.4 Er zeigt sich außerdem besonders an den Augen – typische Folgen sind:4

  • Austrocknung der Tränendrüsen und der Bindehaut
  • Hornhautgeschwüre
  • Erblindung
  • Nachtblindheit

Ebenfalls auftreten können Appetitlosigkeit, trockene Haut oder Muskelschwäche.4

Beschwerden bei Vitamin-C-Mangel

Im Fall von Vitamin C kann ein Vitaminmangel ebenfalls zu schwerwiegenden Symptomen führen. Bei Säuglingen sprechen Mediziner von der sogenannten Moeller-Barlow-Krankheit, bei Erwachsenen von Skorbut (auch bekannt als „Seefahrerkrankheit“).5 Sie äußern sich etwa durch schlechte Wundheilung, Gelenkschmerzen, Infektanfälligkeit, Hauteinblutungen, Zahnausfall und Muskelschwäche.5

Vitamin-E-Mangel: Symptome

Beim Vitamin-E-Mangel kommt es unter anderem zu neurologischen Symptomen wie Balancestörungen und Koordinationsproblemen (Ataxie), Nervenschäden (periphere Neuropathie), Muskelschwäche (Myopathie) oder Netzhautproblemen (pigmentierte Retinopathie).7

Wie gehe ich mit einem Vitaminmangel um?

Ist einmal ein Vitaminmangel festgestellt, gilt es dagegen etwas zu tun. Ein Arztbesuch ist unter Umständen ratsam, denn ein Mangelzustand kann im fortgeschrittenen Stadium zu unumkehrbaren Schäden führen. Mit dem Alter nimmt der Energiebedarf ab, während der Bedarf an Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen zunimmt.8 Am besten ist es deshalb, wenn erst gar keine Unterversorgung mit Vitaminen entsteht – Vorbeugung und Früherkennung spielen deshalb eine sehr wichtige Rolle.

In den meisten Fällen ist eine ausgewogene Ernährung ausreichend, damit ein Vitaminmangel gar nicht erst entsteht.2,6,7 In Industrieländern wie Deutschland ist beispielweise ein Vitamin-A- oder Vitamin-C-Mangel eher selten.4,5 Im Sonderfall Vitamin D sollte auch ein vermehrter Aufenthalt im Sonnenlicht helfen, da der Körper es so selbst produziert (Sonnenschutz trotzdem beachten!).3

1 „Informationen zu Vitaminen“. Gesellschaft für angewandte Vitaminforschung e. V. (GVF), https://vitaminforschung.org/wissenswertes/informationen-zu-vitaminen. Zugegriffen 15. Juni 2023.

2 „Vitamin-B-Mangel“. Bundesministerium für Gesundheit (BMG), https://gesund.bund.de/vitamin-b-mangel. Zugegriffen 15. Juni 2023.

3 „Vitamin-D-Mangel“. Bundesministerium für Gesundheit (BMG), https://gesund.bund.de/vitamin-d-mangel. Zugegriffen 15. Juni 2023.

4 „Vitamin A“. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-vitamin-a. Zugegriffen 15. Juni 2023.

5 „Vitamin C“. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-c. Zugegriffen 15. Juni 2023.

6 „Vitamin C (Ascorbinsäure)“. Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e.V., https://dgk.de/gesundheit/mikronaehrstoffe/lexikon/vitamine/vitamin-c-ascorbinsaeure.html. Zugegriffen 12. Februar 2024.

7 „Vitamin E > Mangel“. Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e.V., https://dgk.de/gesundheit/mikronaehrstoffe/lexikon/vitamine/vitamin-e/mangel.html. Zugegriffen 15. Juni 2023.

8 Berendsen, A. A. M., van Lieshout, L. E. L. M., van den Heuvel, E. G. H. M., Matthys, C., Péter, S., & de Groot, L. C. P. G. M. (2016). Conventional foods, followed by dietary supplements and fortified foods, are the key sources of vitamin D, vitamin B6, and selenium intake in Dutch participants of the NU-AGE study. Nutrition Research (New York, N.Y.), 36(10), 1171–1181. https://doi.org/10.1016/j.nutres.2016.05.007. Zugegriffen 16. Juni 2023.

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