Besteht zwischen Vitamin D und Demenz ein Zusammenhang?

Hat Vitamin D Einfluss auf das Gedächtnis? Fördert ein Mangel möglicherweise Gedächtnisstörungen wie auch Vergesslichkeit und ruft unter Umständen Alzheimer hervor? Verschiedene Studien haben untersucht, ob zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Auftreten von Demenz ein Zusammenhang besteht. Erfahre hier mehr zu den Ergebnissen.

Bitte beachte: Die im Text aufgelisteten Hinweise gelten nicht als Empfehlung. Es handelt sich lediglich um eine Darstellung wissenschaftlicher Studienergebnisse.

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Hilft Vitamin D gegen Demenz?

Einige Studien weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Demenz hin. Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der allgemeinen Gesundheit und der Hirnfunktionen. Die Ergebnisse einer Studie haben gezeigt, dass Vitamin-D-Mangel eine mögliche Ursache für die Erkrankung ist: Bei einem schweren Mangel ist das Risiko für die Entwicklung einer Demenz mehr als doppelt so hoch.1 Zudem ist das Risiko für einen kognitiven Abbau erhöht.1

Eine 2018 veröffentlichte Studie mit 181 Teilnehmern (Durchschnittsalter 67; 45 Prozent männlich) untersuchte über 12 Monate, welche Wirkung 400 internationale Einheiten (IE) Vitamin D täglich auf die Kognition und den Lipidstatus haben.1 Neben der Testgruppe gab es noch eine Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt.

Die Studienteilnehmer waren Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen (MCI – mild cognitive impairment), sie sind also noch nicht entscheidend in ihrer persönlichen Selbst- und Eigenständigkeit eingeschränkt.2 Die Phase ist das früheste Stadium einer möglichen, beginnenden Demenz und könnte deshalb der optimale Zeitpunkt für ein Eingreifen mit Vitaminen sein.

Beide Behandlungsgruppen glichen sich zu Beginn der Studie in Bezug auf Rauchverhalten, Diabetes, Blutdruck, Kognition und Vitamin-D-Serumspiegel.

Die Auswertung der Daten ergab: Bei der Kontrollgruppe führte die tägliche Gabe des Vitamins zu einer Verbesserung der Blutfettwerte. Außerdem offenbarten die Ergebnisse, dass die regelmäßige, tägliche Einnahme von 400 IE Vitamin D zu einer erheblichen Besserung der kognitiven Funktionen führt und unter Umständen einen positiven Einfluss auf das Sprachverständnis sowie die verbale und nonverbale Kommunikation hat.1

Dass ein Mangel an Vitamin D der Auslöser für Vergesslichkeit und Gedächtnisstörungen sein kann, zeigen auch die Erkenntnisse einer weiteren Studie: Bei einer Gemeinschaft zusammenlebender älterer asiatischer Erwachsener in Singapur hat sich gezeigt, dass ein Vitamin-D-Mangel (mit einem Serum-Vitamin-D-Spiegel von bis zu 20 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)) häufiger und mit schwereren kognitiven Beeinträchtigungen einhergeht: Insbesondere das semantische Gedächtnis – wichtig für Fakten und Wortbedeutungen – sowie die zeitliche Orientierung waren betroffen.3

Dieser Zusammenhang wurde ebenfalls für einen Serum-Vitamin-D-Spiegel von unter 30 ng/ml in einer kanadischen Studie bei älteren Menschen mit MCI (mild cognitive impairment) – also leichten kognitiven Einschränkungen – nachgewiesen.4

Können Vitamine dabei unterstützen, einer Demenz vorzubeugen?

Verschiedene Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und der Beeinträchtigung von kognitiven Funktionen und psychischen Störungen auf.5

Weitere Untersuchungen müssen klären, ob die Einnahme von Vitamin D den kognitiven Abbau bei älteren Menschen mit niedrigen Serum-Spiegeln verlangsamt.4

Außerdem muss in Zukunft untersucht werden, ob eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D wirklich gegen Demenz und eine Alzheimer-Erkrankung (AD) helfen kann. Nur so sind aussagekräftige und belegbare Schlussfolgerungen über eine positive Wirkung von Vitamin D auf die psychische Gesundheit möglich.

1 Hu, Jing, u. a. „Effects of Vitamin D3Supplementation on Cognition and Blood Lipids: A 12-Month Randomised, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial“. Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry, Bd. 89, Nr. 12, 2018, S. 1341–1347, doi:10.1136/jnnp-2018-318594.

2 Fujishiro, Hiroshige. „Vitamin D3 as a Potentially Modifiable Factor in Mild Cognitive Impairment“. Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry, Bd. 89, Nr. 12, 2018, S. 1236, doi:10.1136/jnnp-2018-319021.

3 Annweiler, C., u. a. „Vitamin D Insufficiency and Cognitive Impairment in Asians: A Multi-Ethnic Population-Based Study and Meta-Analysis“. Journal of Internal Medicine, Bd. 280, Nr. 3, 2016, S. 300–311, doi:10.1111/joim.12491.

4 Pavlovic, Andjelka, u. a. „The Association between Serum Vitamin d Level and Cognitive Function in Older Adults: Cooper Center Longitudinal Study“. Preventive Medicine, Bd. 113, 2018, S. 57–61, doi:10.1016/j.ypmed.2018.05.010.

5 Lerner, Paul P., u. a. „Association between Mental Disorders, Cognitive Disturbances and Vitamin D Serum Level: Current State“. Clinical Nutrition ESPEN, Bd. 23, 2018, S. 89–102, doi:10.1016/j.clnesp.2017.11.011.

Vitamin D und Brustkrebs: Erkenntnisse im Überblick

Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen der Frau.1 Wissenschaftler vermuten unter anderem eine Verbindung zwischen dem Vitamin-D-Gehalt im Blut und dem Risiko für Brustkrebs. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel könnte sich bei Frauen jenseits der Wechseljahre positiv auf die Gesundheit auswirken. Erfahre hier, was es damit auf sich hat.

Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um keine Empfehlung, sondern lediglich eine Zusammenfassung wissenschaftlicher Ergebnisse.

Übersicht:

Brustkrebs in Deutschland

1 von 8 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.1 Heutzutage versterben immer weniger Frauen daran.1 Die Inzidenz – also wie häufig neue Krankheitsfälle auftreten – hat sich jedoch in den letzten 20 Jahren kaum geändert.1 Das Ziel bleibt es also, in Zukunft die Brustkrebs-Häufigkeit zu verringern.

Neben erblicher Veranlagung und hormonellen Einflüssen spielt womöglich auch ein Vitamin-D-Mangel bei Brustkrebs eine Rolle.2,3

Vitamin D und ein möglicher Einfluss auf das Brustkrebs-Risiko

Vitamin D ist am Knochenstoffwechsel beteiligt. Ein Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für Knochenerkrankungen erhöhen und wird daher mit Osteoporose in Zusammenhang gebracht.4

Das Besondere bei der Aufnahme von Vitamin D: Der Körper bildet es zu 90 Prozent selbst – mithilfe von ultravioletter Strahlung.5 Da gerade in der dunklen Jahreszeit die Sonneneinstrahlung oft zu gering ist, haben viele Menschen in Deutschland einen Vitamin-D-Mangel.6

Bekannt ist, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel generell vor Krebserkrankungen schützen kann.7 Bei Personen mit Vitamin-D-Mangel kann hingegen das Risiko für Krebserkrankungen steigen.7

Darüber hinaus stellten medizinische Studien einen Zusammenhang zwischen dem hohen Gehalt an Vitamin D im Blut und einem geringeren Brustkrebs-Risiko fest.3 In einer aktuellen Studie aus dem Jahr 2018 wurde der Einfluss von Vitamin D auf das Brustkrebs-Risiko bei über 5.000 Frauen ab 55 Jahren untersucht.8 Die Ergebnisse zeigen, dass ein erhöhter Vitamin-D-Blutspiegel unter Umständen einen besseren Schutz bewirken kann.8 Der Einfluss von Vitamin D auf das Risiko für Brustkrebs bei jüngeren Frauen bleibt hier ungeklärt.

Verbreiteter Vitamin-D-Mangel

Etwa 30 Prozent der Deutschen erreicht keinen ausreichenden Vitamin-D-Status für eine gesunde Knochensubstanz.9 Ein guter Vitamin-D-Status kann zu einem besseren Schutz für Knochenkrankheiten und möglicherweise auch Brustkrebs beitragen. Da die Brustkrebs-Vorbeugung weiterhin von Bedeutung ist, besteht in Zukunft noch weiterer Bedarf an Forschung, inwieweit der Vitamin-D-Serumspiegel auf die Brustkrebs-Inzidenz Einfluss hat und wie er womöglich bei der Erkrankung hilft.

1 „Krebs – Brustkrebs“. Krebsdaten.de, https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html. Zugegriffen 5. Dezember 2022.

2 „Hormontherapie bei Brustkrebs“. Krebsgesellschaft.de, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/therapie/hormontherapie.html. Zugegriffen 6. Dezember 2022.

3 „Vitamin D und Brustkrebsrisiko“. Dkfz.de, https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2008/dkfz_pm_08_22.php. Zugegriffen 5. Dezember 2022

4 „RKI – Navigation – Wie wird der Vitamin-D-Status bestimmt und beurteilt?“ Rki.de, https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ07.html. Zugegriffen 5. Dezember 2022.

5 „Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D“. Dge.de, https://www.dge.de/wissenschaft/faqs/vitamin-d/. Zugegriffen 17. Januar 2023.

6 „RKI – Navigation – Wie kommt es zu niedrigen Vitamin-D-Werten?“ Rki.de, https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ03.html. Zugegriffen 8. Dezember 2022.

7 „Nahrungsergänzung bei Krebs“. Krebsgesellschaft.de, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/nahrungsergaenzung-in-der-krebstherapie.html. Zugegriffen 5. Dezember 2022.

8 McDonnell, Sharon L., u. a. „Breast Cancer Risk Markedly Lower with Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentrations ≥60 vs <20 Ng/Ml (150 vs 50 Nmol/L): Pooled Analysis of Two Randomized Trials and a Prospective Cohort“. PloS One, Bd. 13, Nr. 6, 2018, S. e0199265, doi:10.1371/journal.pone.0199265.

9 Robert Koch-Institut. Vitamin-D-Status von Erwachsenen in Deutschland. RKI-Bib1 (Robert Koch-Institut), 2016, doi:10.17886/RKI-GBE-2016-036. Zugegriffen 23. Februar 2023.